Nicht nur der Blauwal ist gefährdet....

Im Januar waren 3 tote Pottwale bei Friedrichskoog (Nordsee) gestrandet. Grund sei unter anderem der Krach der ca. 400 Bohrinseln, der die Wale von Ihrem Weg abbringt, und diese in die flache Nordsee schwimmen lässt. In den letzten 10 Jahren sei es laut Greenpeace zu 80 solcher Fälle allein an deutschen Küsten gekommen - Tendenz steigend. Aber schon bei der Öl/Gas-suche werden mittlerweile "Luftpulser" oder "Airguns" eingesetzt, die im alle 10 Sekunden in Wasser pusten. Die starke Druckwelle (190-260 dB) wird zum Teil am Meeresboden reflektiert, wodurch die mit Hydrophonen aufgefangenen Signale Rückschlüsse auf mögliche Ölvorkommen zulassen. Für Menschen liegt die Schmerzgrenze bei ca.140 dB, eine Erhöhung von 6 dB entspricht einer Verdopplung des Schalldrucks. Aber ganz allgemein hat die Anzahl von Sonargeräten stark zugenommen und sorgt damit für ein regelrechtes Dauergepiepse, wodurch das Biosonar der Wale empfindlich gestört werden kann. Navigationslote gehören zur Standard-ausrüstung von Schiffen. Fischer orten Fischbestände, Seeämter suchen nach über Bord gegangenen Containern... Und dann ist da noch das Militär. Mit dem Low Frequency Active Sonar (LFAS) (niedrige Frequenzen breiten sich Unterwasser besser aus) kann die US-Army mehr oder weniger "global" U-Boote aufspüren. Die Druckwellen sind auch hier (aufgrund der grossen Entfernungen) sehr hoch und dringen in Frequenzbereiche vor, die so niedrig sind, dass sie für Menschen nicht mehr hörbar sind. Sehr wohl aber noch für Wale, die das als alles andere als Musik wahrnehmen. Eine Massenstrandung vor den Bahamas wurde von der US-Marine bestätigt, nachdem sie die gestrandeten Wale obduziert hatten. Die Bundeswehr ist übrigens auch an der LFAS-Entwicklung beteiligt und schliesst mögliche Schäden an Meeresbewohnern auch nicht aus, sieht den Bestand dadurch aber nicht gefährdet.